Flash-Zwang beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Vor einigen Tagen habe ich Windows frisch installiert. Wie üblich kommt dann die wichtigste Software zuerst, weniger Wichtiges kommt erst später, oder fällt dabei letztlich weg, weil ich feststelle, dass ich es doch nicht benötige.

Diesmal traf es (beinahe) Adobes Flash-Player: Zunächst hatte ich nur etwas weniger Werbung im Netz (obwohl sich hier offenbar viele Werbetreibenden mittlerweile von Flash abgewandt haben oder zumindest Alternativen ausliefern).

Größere Probleme hatten interessanterweise vor allem der öffentlich-rechtliche Rundfunk.

1LIVE

1LIVE, der Jugend-Radiosender des Westdeutschen Rundfunks, bietet gleich eine Vielzahl von Web-Streams an. Was mich hier irritiert hat war, dass der Player auf der Webseite ausschließlich über Flash funktioniert. Der entsprechende Hinweis beim Versuch, den Stream auf der Webseite zu starten, erfolgt in einem Popup direkt von der WDR-Seite.

Komisch nur, dass 1Live auf ihrer Seite zum 1LIVE Webradio auch Streaming-URLs angibt, die man in eigener Abspielsoftware angeben kann.

Wenn das aber möglich ist, dann muss das Datenformat des Streams ein irgendwie übliches Format sein. Geht das dann tatsächlich nicht über HTML5?

Sehr ärgerlich eigentlich, dass das mit ein paar sehr wenigen Zeilen Quelltext ginge. Die technischen Hintergründe dazu finden sich in einem eigenen Artikel, der im laufe des Abends fertig sein wird.

Das Erste und ZDF

Die ARD-Mediathek zeigt verpasste Sendungen sauber mit HTML-Player in HTML5 an. Der Live-Stream benötigt jedoch Flash ab Version 10.2.

Bildschirmfoto der Live-Strem-Seite der ARD-Mediathek ohne installiertem Flashplayer

Vielleicht gibt es hier sogar einen technischen Grund für die Einschränkung, hier habe ich aber nicht tiefer gegraben. Kleinigkeit am Rande „Dieses können Sie hier kostenlos herunterladen“ ist an der Stelle nicht einmal verlinkt, der Satz ist also schlichtweg falsch.

Beim ZDF ist das Ergebnis beim Live-Stream ähnlich: Ohne Flash geht hier nichts.

Allerdings setzt die ZDF-Mediathek für das zeitversetzte Abspielen von verpassten Sendungen scheinbar noch mehr auf Flash:

Bildschirmfoto der ZDF-Mediathek ohne installiertem Flash-Player
Bildschirmfoto der ZDF-Mediathek ohne installiertem Flash-Player

Ehrlich gesagt gefällt mir diese Oberfläche abgesehen von dem plakativen Hinweis auf den „fehlenden“ Flash-Player sogar besser als die sehr verspielte Flash-Oberfläche mit zig Effekten. Dieser erinnert aber doch sehr an die Zeiten der Browserkriege, in denen Webseiten für den Internetexplorer oder für Netscape optimiert wurden, und das auch plakativ jedem Besucher zeigten.

Außer der Möglichkeit, sich Sendungen zum Später ansehen zu merken und darüber zu Playlists zusammenzustellen, vermisse ich in der HTML-Version auch kein Feature.

Ein Gedanke zu „Flash-Zwang beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk

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